Das Notstands-Staatssicherheitsgericht in Tanta ignoriert entlastende Aussagen im Schauprozess gegen die Mahalla 49, berichtet die Daily News Egypt, die einzige unabhängige ägyptische Tageszeitung in englischer Sprache. Der 19-jährige Student Mahmoud Ibrahim beispielsweise arbeitet als Hausmeister. Er wurde drei Tage nach dem Aufstand in Mahalla festgenommen, obwohl sein Chef bestätigte, dass er zur fraglichen Zeit gearbeitet hatte.
Sowenig wie Mahmoud Ibrahim wurde auch kein anderer der 49 Angeklagten am 6. oder 7. April in flagranti festgenommen, sondern erst während der Razzien in Mahalla zwischen dem 13. und 18. April. Rechtsanwälte und Menschenrechtsgruppen haben diese Razzien kritisiert und wiederholt darauf hingewiesen, dass die Angeklagten von Folter durch die Polizei währenddessen und danach berichtet hatten. Die Vorwürfe sind bisher nicht von dem Gericht untersucht worden.
Die Polizeibeamten, die am ersten Verhandlungstag als Zeugen auftraten, gaben auf Nachfragen zu den Details der Anklage an, sich nicht erinnern zu können oder verwiesen auf ihre schriftlichen Aussagen.